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Thomas Rieckhoff 42 articles
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Von Kampfradlern und Hamburger Radwegen

Ich fange mal mit den Radwegen an

Irgendwann vor längerer Zeit erfuhr ich durch Freunde über die Aufhebung der Benutzungspflicht für Hamburger Radwege ! Da war die Freude natürlich gross ! Ich dachte,endlich Freiheit,gute Asphaltstrecken,Speed ohne vom Sattel zu rutschen!  Aber bald kam die Ernüchterung.An den meisten Hauptstrassen besteht weiterhin die Radwegebenutzungspflicht. Und da,wo man die Strasse benutzen darf,wird man von unwissenden Autofahrern angehupt,ja fast weggedrängt und beschimpft,belehrt und mit heruntergelassener Seitenscheibe auf den Radweg verwiesen.

Das heisst für mich,das die Autofahrer nur unzureichend über diese neue Verkehrsordnung informiert wurden. Warum sollte man das auch tun. Wir sind ja eh eine Minderheit,die in unserer autodominierenden Umwelthauptstadt den nichtzahlenden schwächeren Teil des Verkehrs darstellen,und wir haben eben nichts auf der Strasse zu suchen.Und das war schon immer so.

Und es ist offensichtlich,das es eben doch nur ums Geld geht. Die Autos und der Rubel müssen eben rollen !  Ich frage mich nur,wie unsere Stadt an den Titel "Umwelthauptstadt" gekommen ist.Na ja,das ist halt Politik.....

Jedenfalls haben unsere Radwege, oder besser gesagt "Teststrecken für Mountainbikes" nichts mit einer vernünftigen Verkehrsinfrastrucktur zu tun.

Bis auf ein paar Teilstrecken sind unsere Radwege Buckelpisten,Selbstmordstrecken,glasscherbenvermintes Gelände,völlig zugeparkt,viel zu schmal,total veraltet und wegen des direkten Überganges zum Fussweg auch noch gefährlich. Das heisst,Radfahrer und Fussgänger müssen sich den schmalsten Teil der Strasse teilen...und das,ohne vorm Betreten oder befahren dieses Streifens durch ein Warnschild auf die drohende Unfallgefahr hingewiesen worden zu sein ! Ich habe manchmal das Gefühl,das wir als Radfahrer in keinster Weise ernst genommen werden , und nur ein lästiges Übel für die Verkehrspolitik darstellen.

Und das gefährlichste an den Radwegen sind die Strasseneinmündungen,bei denen man als Autofahrer die Radfahrer erst im letzten Moment erkennt ,weil die Radwege ja meistens durch die parkenden Autos verdeckt sind. Aus Sicht der Radfahrer ist es genauso. Man erkennt den Autofahrer erst,wenn man auf seiner Motorhaube liegt.

Aber das interessiert natürlich keinen Verkehrsminister ! Der weiht höchstens mal ein neues  Stück ungeeineten Radweges ein,indem er sich grinsend auf ein zu kleines Citybike setzt,und mit 5Km/h die Strecke abfährt ,um sich anschliessend gebührend von der Presse feiern zu lassen.

Der Verkehrsverdreher weiss natürlich nicht,das sich täglich viele hundert,oder gar tausend Berufsradler unter Lebendsgefahr durch unseren Verkehr quälen müssen,um möglichst schnell von A nach B zu kommen.   Wozu auch.....er wird mit der Limo chauffiert

Wenn ich wirklich mal schnell durch die Stadt fahren muss,kann ich das nur mit einem gewissen Risiko bewältigen...weil....mir ständig Hindernisse vors Rad Fahren,oder laufen....also.....geht eigendlich nicht.

Und da kommt der gemeine Kampfradler zum tragen !    Und das sind eben die Leute,die in der Stadt schnell von A nach B fahren müssen,weil sie mehr oder weniger wichtige Dinge an die Kunden bringen. Bei ihnen spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle. Es sind die Fahrradkuriere ! Und das sind wahre Meister im Verkehr ! Sie kommen überall durch...und das schnell !.....und das ärgert natürlich die hinterm Steuer sitzende Autolobby,die hier klar im Nachteil ist....trotz der 200Ps !

Also entstand der Name "Kampfradler" ....also "geächteter"

Nun find ich natürlich dieses Gegeneinander und diese Feindbilder ausgesprochen blöde.  Wollen wir doch ein frieliches Miteinander auf unseren Strassen,auf denen Verständniss und Freundlichkeit herrschen.................

Aber da gibt es auf der einen Seite den rücksichtslosen Autofahrer,dem alles egal ist,oder dessen Intelligens von der Autotüre bis zum Bordstein reicht......

Und auf der anderen Seite die Radler mit ihren klapprigen Bahnhofsschlampen, die selbst für einen echten Radfahrer,oder einem Fussgänger zu einer ständigen Bedrohung geworden sind. Die sich weder um den Verkehr,noch um irgendwelche Ampeln scheren. Leute,die ihr "Jagdgebiet" bis auf den Fussweg ausgeweitet haben um somit in kauf zu nehmen,mal ne Oma,die es nicht mehr schafft,rechtzeitig mit ihrem Rollator zur Seite zu rollern,oder ein kleines Kind,das durch spielen abgelenkt ist, ein Stückchen mitzunehmen. Egoisten,die uns erst wahrnehmen,wenn sie uns ins Vorderrad gefahren sind,weil ihr Blickfeld durch ihr Handy eingeschrängt wurde.

Leute, das sind unsere wahren Feinde !  Die hält man sich beim biken am besten vom Leib ! Diese Individuen schaden unserem Ruf !  Aber was rede ich....Schwarze Schafe gibt es hüben und drüben...und wir mitten drinn !                                                                                              ....und nun mein Lieblingsspruch                          "Es wird immer so sein "(cool ausgesprochen)

 

...Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf,das das Fahrrad eines Tages ernst genommen wird,und nicht nur als Freizeitgerät ,oder als Spielzeug gesehen wird,sondern fest in das Verkehrsbild integriert und als selbstverständlich gesehen wird

                                                                   

      Verkehr ist das,was uns mobil machen soll

     wie, und womit auch immer

                                                                   Euer rasender Reporter Thomas

Comments

1 comment
  • Jens Kreiger and Admini Valda like this
  • Admini Valda
    Admini Valda Ein sehr wichtiger Artikel Thomas! Du hast die Situation genau erfast... ich persönlich gebe die Hoffnung auch nicht auf :-)
    March 10, 2014