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Thomas Rieckhoff 42 articles
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Die erste windige Trainingsfahrt mit der Rennradgruppe Hamburg

Es hätte kein schönerer Tag um diese Jahreszeit sein können, um mit einem Rennradtraining die Saison zu eröffnen.

Ich stand also morgens mit einem murrenden Backenzahn und einem ziehenden Knie auf, um mir meine Frühstücksportion Knuspermüsli mit Schokolade zu verinnerlichen.
Nachdem ich“ auf links“alles aufgefuttert hatte, stellte sich die Frage „Was ziehe ich bloss an?“
Für ne kurze Radler mit nem Trikot drübber wars mir noch zu kalt, und ne lange Trainingshose hatt ich nich. Und ne Jeans scheuert..........und dann hatte ich ne Idee!
Ich zog eine lange Unterhose an,dann ein Fahrradtrikot. Darüber dann eine Regenhose und einen dünnen Pullover. Und als letztes noch eine dünne Windjacke. Perfekt!
Als nächstes kümmerte ich mich um den Roadrunner.Ich gab ihm Kraftfutter (Kettenfluid) und spendierte im mit der „Lezyne“den korrekten Luftdruck von 7,5Bar auf die schlanken Fesseln.
Noch schnell das Bordwerkzeug und den Ersatzschlauch in die Satteltasche ...fertig!
Für mich selbst packte ich mir einige Energieriegel, mein Isogetränk, meine Cigarrillos und mein Sauerstoffzelt (Miniluftpumpe) ein. Ich schnappte mir noch schnell meinen Ritter-Helm,mein gelbes Visier (Fahrradbrille) und meine roten Gartenhandschuhe (Fahrradhandschuhe) und es konnte losgehen!.......natürlich hatte ich wieder getrödelt, und die Zeit wurde mehr als knapp!
Würde ich es noch rechtzeitig schaffen ?

Ende erster Teil (knallharte Zwischendurchmusik!)

Ich fuhr also auf schnellen Sohlen zum Bahnhof Altona,wo schon eine S-Bahn ungeduldig auf mich wartete. Mit dem Roadrunner auf der Schulter besprang ich diese.....und kam mit nur 5Min Verzögerung am mittleren Landweg an.
Auf dem Bahnsteig viel mir eine, ja man muss schon sagen, ältere Fahrradvetterranin im Gonso- Outfit mit ihrem schmucken Rennrad auf. Ich sprach sie an und wir wechselten ein paar Worte.
Sie wollte auch das Wetter ausnutzen und ein zünftiges Ründchen drehen. Wir wünschten uns noch eine schöne Tour, dann eierte ich mit meinen Klickschuhen, den Roadrunner auf der Schulter die Treppe hinab.
Unten wurde ich freudig von meinen Freunden Lars und Jens empfangen. (….Alle die mit uns auf Rennradfahrt gehen, müssen Männer mit Rennrad sein, Lars und Jens und Hein und Pit! Die haben Rennrad, die haben Rennrad...........die fahren mit!) (zur Zwischenuntermalung)

Und nachdem wir uns begrüsst,und die Neuigkeiten erzählt hatten, erklärte uns Jens kurz, wo es lang gehen sollte. Wir bestiegen unsere Hobel (ach ja, Lars hatte freundlicherweise ein Rad von Jens geliehen bekommen,da sein eigenes wegen eines fehlenden Teiles noch nicht vollendet war).....
….und langsam setzte sich unsere Gruppe in südliche Richtung in Bewegung.
Zunächst führte Lars, aber nach einer ganzen Weile übernahm Jens wieder ,weil er seine „Hausstrecke“ am besten kennt.
Irgendwie kam mir die Strecke bekannt vor........na klar! Im letzten Sommer . Die Tour an der Elbe entlang!
Nur, das wir diesesmal auf der Strasse bleiben würden. Als wir die ersten Deichkilometer hinter uns gebracht hatten,und sich die Fahrtrichtung änderte,bliess uns ein kräftiger Gegenwind entgegen.
Der war ziemlich kräftezehrend und wir rückten zusammen,Rad an Rad.
Wir fuhren nun in Jens seinem Windschatten, und ich versuchte nun, seine Trittfrequens zu übernehmen und schaltete auf ca. 80 Mhz um. Das „Drannbleiben“ klappte dann prima und man verbraucht weniger Energie!
Dann übernahm Lars wieder die Führung, und so lief es eine ganze Weile,bis er sich wieder nach Hinten zurückfallen liess. Irgendwann wurde auch der Wunsch nach einer Pause laut.
Bei der nächsten Gelegenheit bogen wir auf einem Weg ein,der uns zu einem Platz am Wasser führte. Dort machten wir erstmal eine Verschnaufpause.
Jens war nach diesem ersten Teil der Tour noch gut in Form. Auch ich fühlte mich noch relativ fit.
Aber Lars, der untrainierteste von uns machte schon einen etwas mitgenommenen Eindruck.
Zusätzlich hatte er auch nur Wasser in seinem Getränkerucksack! Das reguliert zwar den Wasserhaushalt im Körper, nicht aber den Energie und Kohlenhydrate- haushalt....und ganz wichtig: auch nicht den Zuckerspiegel! Man wird irgendwann mallig in der Birne, dann kommt kalter Schweiss,dann Zittern und Schwäche, und dann kommt der Kreislaufkollaps! Also immer daran denken! Energiespender und Isogetränk mitnehmen!

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Als wir uns etwas erholt hatten,ging es also weiter. Das nächste Ziel war der Zollenspieker. Ach ja,
unterwegs erklärte Jens uns noch, was man sich in einer Rennradgruppe für Handzeichen gibt, wenn man dem Hintermann etwas mitteilen muss. Z.B. „nach rechts, oder links ausweichen“ oder „Stopp, Gefahr!“ Alles,ausser Stopp! (Hand nach oben) wird, wie beim Beatchball hinterm Rücken angezeigt.
Wir fuhren also so vor uns hin, bis uns eine etwas grössere, gemischte Rennradgruppe überholte.
Wie ich es vorausgeahnt hatte, hängte Jens sich in deren Windschatten. Lars und ich hängten uns ebenfalls dahinter.
Aber sie hatten ein unregelmässiges Tempo,was bewirkte,das lars bald „abriss“und den Windschatten verlor. Na gut,dann ging es eben in unserer vorherigen Trittfrequens weiter.
Nach mehreren Weilen war der Zollenspieker in Sichtweite und Jens gab beide Maschienen volle Kraft voraus! Im nu war er fast verschwunden und ich dachte „Hä? Freibier?“
Nein, es waren sein Übermut und die gut asphaltierte Strecke, so erklärte er später, als wir am Zollenspieker verweilten.
Jens verpasste Lars und mir eine seiner „Energiespritzen“, so einer art flüssiger Energieriegel. Süss und extrem klebrig! Daraufhin probierte ich einen von meinen Riegeln: auch süss und klebrig!

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…..und was glaubt Ihr, wer da auf uns zukam ?........Kein anderer, als die ältere Fahrradveteranin von vorhin! Sie ist die Strecke auf einer anderen Route gefahren,und war wohl genau so schnell wie wir! Wahnsinn, das möchte ich in dem Alter auch noch so schaffen! Wir unterhielten uns noch ein wenig mit ihr und machten uns aber wenig später wieder auf die Strecke.
Jetzt hatten wir den Wind wieder von der Seite und nach einem weiterem Schwenk von hinten.
Ein kurzer Halt an einer Tankstelle, damit Jens sich Zieg.........nicht so wichtig ,und weiter ging es!
Es ging um einiges leichter voran,mit dem Hauptfeind des Radfahrers im Rücken. Wir befuhren eine lange gerade, leicht abschüssige Strasse....und jetzt übernahm ich die Führung und gab gut halbe Kraft auf beide Gehhilfen.
Wir kamen zügig voran, und es machte richtig Spass hier zu fahren.Der Rest unser Gruppe hing an meinem Hinterrad. Ich weiss, ich bin gemein,aber ich teile mir meine Kraft immer auf die jeweilige Strecke ein ,und wir hatten ja noch ne kleine Ecke mit nen paar Höhenmeterchen zu fahren.
Links ab ! Hiess es dann und wir landeten auf einer Dorfstrasse,die uns später durch Neuengamme, über die Autobahn zurück nach Bergedorf führte. Hier warens noch die paar Höhenmeter,und dann hatten wirs geschafft! Ach ja, Jens und ich hatten noch ein kleines Rennen mit einem Mountainbikefahrer,der anscheinend der Meinung war, er könne uns davonfahren. Kurz vor einem Kreisverkehr hatten wir ihn gestellt, und ihm fast noch das Rad unterm Arsch wechgefahren, weil er wohl geradeaus, und wir nach rechts wollten. Das war knapp! Die Frauen würden jetzt sagen „Männer!“ ….na ja, ein bisschen Nervenkitzel gehört manchmal dazu. Aber nur manchmal ! Wir kamen also geschlossen bei Ritter Jens seiner Burg an,und es gab erstmal einen schönen Kaffee und selbstgebackene Muffins von seiner lieben Frau ! Vielen Dank nochmal dafür! ...Und nochmal ein Lob an Lars, der wacker bis zum Schluss durchgehalten hat.

Abspann (ruhige Musik)
So, das war also unsere erste Trainingsrunde (G1)mit Jens ! Es war wieder eine Erfahrung mehr, und ich hab es genossen. Lars warscheinlich nich ganz so, aber das kommt schon!

Es hatten mitgespielt : in den Hauptrollen : Jens
Lars
Thomas
das Wetter
der Wind
die Rennräder
in den Nebenrollen : gibt’s hier nicht

ENDE

so,das wars jetzt aber!                                                       Euer rasender Reporter Thomas

 

 

Comments

1 comment
  • Admini Valda likes this
  • Admini Valda
    Admini Valda Danke Thomas :-) ein super schönes Artikel! Hab ich das lesen so richtig
    genossen...
    February 25, 2014