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Axel Fell 8 articles

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Dzień dobry!

Reise nach Warschau - Ich erschließe mir die Stadt per Rad

In den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit, Warschau, die Hauptstadt Polens, zu besuchen. Natürlich setzte ich alles daran, mir quasi die Stadt zu erradeln. 

Dabei halfen mir zwei Dinge.

Zum Ersten ist Warschau, was die Verkehrswege anbelangt, recht einfach aufgebaut. Die meisten Straßen verlaufen von Süden nach Norden und von Osten nach Westen. Damit hat man immer eine gute Orientierung. Darüber hinaus fließt die Weichsel ziemlich genau von Süden nach Norden, auch damit kam ich gut zurecht. Und dann befinden sich auch noch die höchsten Gebäude im Stadtzentrum (in dem man tunlichst seine Unterkunft bucht). Diese Gebäude sieht man, da alles ziemlich flach ist (Ausnahmen siehe unten), schon von weitem von vielen Punkten der Stadt aus.

Zum anderen gibt es ein Leihradsystem der deutschen Firma nextbike. Überall in der Stadt gibt es so genannte Veturilo-Stationen, an denen man Räder leihen und auch total flexibel wieder zurückgeben kann. Dazu registrierte ich mich natürlich sofort und los ging es.

Die Räder sind Damenräder mit Dreigang-Nabenschaltung und Rücktritt. Sie sind ziemlich robust und damit auch schwer gebaut.  Sie tragen natürlich auch alle Teile, die mit dem Leihgeschäft verbunden sind. Natürlich sind die Räder, was Sitz- und Lenkerposition anbelangt, nur mäßig variabel, aber: es sind Räder, und was braucht man mehr zum Radeln?

Warschau hat mich ein wenig an Köln erinnert. Die Weichsel durchschneidet die Stadt in einen Ost- und einen Westteil. Damit stehen natürlich für jemanden, der sich die Stadt erradeln will, Brückenüberquerungen an. Dazu sind dann  aber die einzigen wirklichen Höhenunterschiede in Warschau zu überwinden, denn die Stadt selber liegt auf einer Ebene etwa 30 Meter über dem Fluss.

Die Brücken im Zentrum (Brücke Slasko-Dabrowski) und ein wenig weiter nördlich an der Altstadt (Brücke Swietorkrzyski) sind  gut für Räder befahrbar, jeweils in beide Richtungen. Die Brücke im Zentrum führt von West nach Ost geradewegs auf das futuristisch anmutende Nationalstadion Kazimierz Górski zu, das extra für die Europameisterschaft gebaut wurde. Auf der Ostseite kann man über einen Feldweg hinunter zur Weichsel fahren und dann, so habe ich es gemacht, nach Norden dem Fluss entlang fast bis zur Brücke hinüber zur Altstadt. Ein kleiner Nebenarm der Weichsel zwang mich zurück hinauf auf die Straße.

Schnell erreicht man die nördliche Brücke, die, an einer schönen Kirche vorbei, hinüber auf die Altstadt zuläuft. Am besten biegt man nach der Brücke wieder auf der westlichen Flussseite rechts ab und fährt dann über den Radweg auf der linken Seite der Straße nach Norden. Hinter den Wasserspielen bietet sich auf der linken Seite eine Auffahrt zur Kirche, die prächtig über dem Tal thront. Vor ihr steht eine Statue von Marie Curie, die ja in Warschau geboren wurde.

Von dort hat man, allerdings über das in diesem Teil unvermeidliche Kopfsteinpflaster, alle Möglichkeiten, zurück ins Zentrum zu kommen. Entweder direkt über die Straße Nowy Swiat durch die Altstadt nach Süden oder nach einem kurzen weiteren Abstecher nach Westen über eine der Haupteinfallsstraßen. Ich habe bei meinen unterschiedlichen Fahrten jede Variante einmal gewählt.

Die Nowy Swiat, der Königsweg, ist eine wunderschöne Straße, die gesäumt von Geschäften und Restaurants, von Süden nach Norden führt.  Sie führt an der Universität von Warschau und dem Präsidentenpalast vorbei direkt auf den Schlossplatz am Königsschloss von Warschau (in dem es natürlich schon lange keinen König mehr gibt). Der Platz ist der Beginn der Altstadt, man passiert über Kopfsteinpflaster die Kathedrale, die der Sitz des Primas der katholischen Kirche in Polen ist. Der zentrale Marktplatz folgt bald, danach stößt man auf ein Tor, das die Altstadt von der Neustadt trennt. Nach wenigen hundert Metern, über Kopfsteinpflaster, die Kirche, von der aus man so leicht zur nördlichen Brücke gelangen kann. Von dort aus hat man auch einen herrlichen Blick auf das bereits als Wegmarke erwähnte Wasserspiel im Tal.

Als Radfahrer ist das eigentlich nur früh morgens gut genießbar. Schlossplatz, die Altstadt, das Stadttor und die angrenzende Neustadt sind vor allem am Wochenende abends von Menschenmassen bevölkert. Samstags abends konnte ich über weite Strecken nur schieben, jeder Versuch des Ausweichens endete im Verkehrschaos, von Autofahrern verursacht, die, ziemlich chancenlos, einen Parkplatz in der Nähe der Altstadt suchten.

So habe ich Warschau in alle Himmelsrichtungen erkundet und dabei insgesamt 102 Kilometer mit meinen Leihrädern zurückgelegt. Radfahren ist in Warschau, sagen wir einmal, interessant. Nur an einigen Stellen gibt es markierte Radwege, an einigen Stellen sind sie sogar mit den auch hier unvermeidlichen Lollies versehen. Meist aber fährt man auf, auch mehrspurigen, Straßen oder auf, zugegebener Weise doch recht breiten, Gehwegen. Die vorhandene Radinfrastruktur endet bisweilen vor einer Treppe, in einer dann doch irgendwie noch zu durchquerenden Baustelle oder auch so:

Schieben oder sein Rad auch mal eine Treppe hinauf oder hinunter tragen schien zumindest mir unvermeidlich, meistens war ich in Gesellschaft, so dass ich meine unzulängliche Fortbewegung nicht auf meine mangelnde Ortskenntnis zurück führe.

Dennoch: es war ein geniales Erlebnis, sich eine total fremde Stadt auf diese Weise zu erschließen. Die Leihräder funktionierten unterschiedlich gut, aber wenn mal eines wirklich hakte, konnte ich es einfach an der nächsten Station wieder abstellen. Ich musste nicht einmal befürchten, mich zu verfahren, der Kulturpalast und die umstehenden Hochhäuser wiesen mir immer den Weg.

Am besten gefallen hat mir der Weg auf der Ostseite der Weichsel unmittelbar am Fluss entlang, durch teilweise verwunschenen Weidenwald. Hätte ich es noch mal zu tun, würde ich versuchen, die Stadt von Süden nach Norden komplett über diesen Weg zu durchqueren, statt, wie ich es jetzt gemacht habe, nur ein Stück zwischen den beiden Brücken.  Aber auch so: 

Ich habe es genossen. Czesc, Warzawa!

 

  • Posted by Axel Fell
  • July 7, 2014 6:42 AM CEST
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Comments

1 comment
  • Admini Valda likes this
  • Admini Valda
    Admini Valda Warschau ist eine schöne Stadt! Ich habe sie im vorbei fahren, durch Fenster des Busses nur gesehen :-) toll, das dort die nextbike gibt's...
    aber der Weg auf dem einem Foto sieht mehr als Abenteuerlich aus... Dennoch anscheint kamst Du noch durch die Ba...  more
    July 7, 2014 - 1 likes this